Mein teilweiser Weg aus der Cloud

Ich nutze zum Organisieren meiner digitalen Fotografien seit Jahren Picasa von Google. Warum ich damit anfing, weiß ich schon gar nicht mehr. Jedenfalls war ich von Anfang an von der Möglichkeit des Webuploads fasziniert, und nutzte es für wichtige oder aktuelle Ordner, um diese mitunter auch unter Freunden zu teilen.

Alles schön, alles unschuldig. Als ich recht schnell an das Limit von damals afaik einem Gigabyte gestoßen war, warf ich einen Blick auf die Preisliste. Für die erste Stufe (20 GB) wollte Google lediglich fünf Dollar im Jahr sehen. Fünf! Dollar! Das waren zu dieser Zeit kaum 3 Euro. Eine Kreditkartenaktivität später hatte ich genug Platz, um in den nächsten Wochen meine gesamte Bildersammlung von 2001 bis zum aktuellen Datum hochzuladen.
Mittlerweile musste ich gar auf 80 GB vergrößern (20 Dollar pro Jahr), weil mit meiner neuen Kamera letztes Jahr auch neue Lust nach Fotografie in mir erbrannte und meine bis dato fast vollen 20 GB schnell zu knapp waren.

Die Möglichkeiten in der Cloud von Google hatten sich bis dahin etwas erweitert. Handyupload zum Beispiel. Mein Handy beispielsweise schießt Bilder, die es sofort in meiner Cloud speichert und die ich dann gleich über Google+ an meine bescheiden gefüllten Kreise dort teilen könnte. Mit Start der GoogleMusic beta und dem erhaschen eines unnötigen Betacodes (keine zwei Wochen danach wurde die beta offen) lud ich auch noch einen Teil meiner MP3-Sammlung in die viel bejubelte Wolke.

Davon hatte ich jedoch nie einen Nutzen. Google hat es bis heute nicht geschafft, über GooglePlay Musik in Deutschland anzubieten, oder auch nur eine Handyapp auf den Markt zu schmeißen, die es mir wenigstens ein Streamen am Handy ermöglichen würde. Die Gründe liegen dafür sind irgendwie rechtlich. Ich könnt mich einlesen, warum, wieso, blabla – aber mein Handy würde trotz meines Wissens nichts abspielen, was ich je auch Google Music hochlud.

Das ist reichlich unpraktisch. Zum Synchronisieren meiner Musikkäufe, die ich teils am Handy, teils am PC tätige, nutze ich heute einfach Dropbox. Die spielt auch keine Musik ab, aber funktioniert in dem Umfang, in dem sie funktionieren will. Und für Dropbox zahl ich nichts. Das ist das vielleicht schönste daran. Dort hab ich momentan fünf Gigabyte Speicherplatz zur Verfügung. Einfachst erhalten und einfachst zu handhaben.

Meine monetären Ausgaben für meine Google Cloud rechtfertigte ich bisher mit dem Bildersammlungsmonstrum, das es beherbergt. Allerdings ist die Handhabung eine Katastrophe, seit ich die mit dem webupload hochgelandenen Bilder standardmäßig mit Google+ im Browser ansehen darf/soll. Früher, mit picasaweb.google.de (was momentan noch existiert, ich aber selbst ansteuern muss) war es schon extrem suboptimal. Etwa weil es keine Ordnerstruktueren erlaubt, und eine einfache Ordnung am PC mit Jahresordnern und Eventordnern aufgehoben wird – und alles in Chaos endet, wenn man mal mehrere hunderte Eventordner hat.

Findige Leser werden sich jetzt sicher anbringen, dass ich wenigstens meine Bilder immer auf dem Handy anschauen kann. Theoretisch ja. Praktisch ist es leider so, dass die Google+ App beispielsweise nur eine begrenzte Anzahl (grob geschätzt 25) von Bilderalben anzeigt. Ich hab wie gesagt mehrere hundert. Und mir werden davon nur die aktuellsten 25 angezeigt. Das ist grober Unfug.

Bleibt noch, picasaweb.google.com per Handybrowser anzusteuern. Da kann ich theoretisch auf alles zugreifen. Praktisch zwingt die Seite jedoch mein Handy oder meine Datenverbindung in die Knie, wenn ich manuell durch meine Alben blätter. Außerdem fängt das Blättern immer wieder beim aktuellsten Album an, wenn ich beispielsweise ein Bild von 2004 angeschaut habe, und „zurück“ drücke. Das ist grober Unfug. Die Suchfunction von picasaweb ist völlig unbrauchbar – tolle Ironie, wenn man bedenkt, womit Google groß wurde.

Allesamt bin ich von picasaweb, also Googles Angebot zum Sichern und Teilen von Bildern, enttäuscht. Und nutze es daher auch nur noch für Datensicherung. Und auch nur, weil ich eben noch dafür zahle. Das wird sich aber 2013 ändern. Ich denke ja nicht dran für einen Dienst zu zahlen, der nicht vernünftig nutzbar ist.

Was meine Alternative für die Sicherung und Abgleichung meiner Bilder wird? Falls ihr wirklich bisher alles gelesen habt, könnte es euch sogar interessieren. Es ist weder Dropbox, noch Skynet (oder wie das Teil da heißt 😛 ), noch Ausdrucken – wären ja nur n paar zehntausende Bilder.

Ich platzier einen ans Netzwerk angeschlossenen Datenschrank (NAS) von Synology im mein Heimnetz. Meine Daten bleiben in meinen vier Wänden, sind dort auf jedem Gerät verfügbar und ich hab die volle Kontrolle darüber. Das ist mir die Anschaffungskosten und Betriebskosten wert.

Aber selbst verständlich bleibe ich Dropbox erhalten, und auch Drive von Google wird weitergenutzt. Nur eben nur für vergleichsweise unwichtige Datentransfers mit Freunden.

Und jetzt verzeiht den Text, mir war langweilig.

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